23. Juni 2016

Today is the day { RUMS }

So ein Union Jack-Täschlein wollte ich ursprünglich eigentlich der Großen zur Klassenfahrt nähen,
aber ich kam nicht dazu. Das Material lag allerdings schon zusammengesucht auf dem Zuschneidetisch und blockierte so
nicht nur andere Projekte, sondern sorgte dafür, dass der Plan auch nicht in irgendeiner
unzugänglichen Hirnwindung verschwinden konnte....


Gestern dann saß ich eigentlich an einem Kleid, aber ich sah dabei auf dem iPad nebenbei eine Reportage über den Brexit, 
meine Twitter-Timeline war voll mit Liebensbekundungen to the British und überhaupt beschäftigt mich das Thema 
schon die ganze Zeit enorm.
Ich bin von Herzen Europäerin, weil ich zutiefst überzeugt davon bin, dass uns das Zusammenrücken der Länder in den vergangenenen Jahrzehnten unbezahlbaren Frieden und Wohlstand gebracht hat. Von den ganzen praktischen Vorteilen im Kleinen, die man gerade hier, wo die Grenzen von Luxemburg, Frankreich und Belgien zum Greifen nah sind, quasi täglich erfährt (und oft gar nicht mehr erkennt, weil sie zur Selbstverständlichkeit geworden sind), gar nicht zu reden.
Ich glaube an Europa und ich hoffe, die Briten tun das heute auch und entscheiden mit Herz und Verstand. 
Man muss den Mut haben, an die Zukunft zu glauben und positiv an die Dinge heranzugehen!
#pleasedontgo


Was ich aber eigentlich erzählen wollte: Ich war im Kopf also so mit England beschäftigt, dass ich das Kleid 
beiseite gelegt und stattdessen endlich das Union Jack-Täschlein genäht habe.
In einem Rutsch und allerkürzester Zeit.
Für mich. Einfach so.

Und deswegen darf es jetzt auch rüber in den großen RUMS-Pool :-)
Und das Kleid, das muss nun warten bis zum Wochenende...

22. Juni 2016

Wie für mich gemacht! { MeMadeMittwoch }

Das war mein erster Gedanke, als ich letzte Woche hier bei Hedi diesen Rock entdeckte.
Eine schöne Raffung, ein hübscher Bund und vor allem Taschen!
Viel mehr Ansprüche stelle ich eigentlich gar nicht an einen potenziellen Lieblingsrock ;-)


Diesmal musste ich auch gar nicht lange über den passenden Stoff nachdenken, denn den hatte ich schon vor einer ganzen Weile mal im komischen Stoffladen mitgenommen. Dass das ein Rock werden sollte, war klar, nur bei der Wahl des Schnittes war ich mir lange uneinig.
Bis ich über Frau Lilia stolperte ;-)


Ich mag die Silhouette des Rockes echt gerne - nicht zu straight durch die Kräuselung vorne, aber seitlich und hinten trotzdem schön schmal. Der Bund sitzt fein und trägt nicht auf - auch hinten nicht, wo ein Gummiband eingezogen wird. 
Da der Rock im Original recht kurz daherkommt, habe ich den Schnitt um knapp zehn Zentimeter verlängert. Und am Ende fünf davon wieder weggenommen.
Bin halt nicht so groß und der Rock sitzt auch hüftiger, als ich dachte ;-)


Für die Taschen habe ich ein weiches Vintage-Restchen hergenommen, so haben es die Hände immer schön kuschelig! Abgesehen von der Länge habe ich hier auch die einzige, klitzekleine Änderung am Schnittmuster vorgenommen: ich habe die Taschenbeutel innen abgerundet.
Das ist so eine Macke von mir, dass Taschen innen keine Ecken haben dürfen - vermutlich, weil sich bei den Kindern da immer ein krümeliger Kruscht ansammelt, den ich dann vor dem Waschen rauspröckeln darf *ggg*


Seht Ihr da im Hintergrund übrigens die Himbeeren?
Die ersten für dieses Jahr, hurra!

Das neue Rock-Schätzchen, das pünktlich zur ersten Hitzewelle (eigentlich eher eine suppengraue Schwülenwelle, aber bitte - man will ja nicht undankbar sein...) fertig geworden ist, wird gleich mal ausgeführt und darf auch rüber zum MeMadeMittwoch :-)

20. Juni 2016

Mein Insta-Wochenende in Holland

Heute war zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit mal wieder ganz nettes Wetter und für den ganzen Tag kein Regen angesagt. Wir haben also die Gelegenheit beim Schopf gepackt und eine weite Radtour gemacht. 
Und als ich da so am Wasser entlang strampelte, fiel mir ein, dass ich Euch noch gar nicht gezeigt habe, wie unser diesjähriges Fronleichnams-Wochenende in Holland war.


Ist ja schon ein wenig her, aber das ist im Kellerwasser irgendwie völlig untergegangen.
Wir hatten uns relativ kurzfristig für diesen Ausflug entschieden, denn die Wettervorhersage für das lange 
Wochenende war in Holland einfach um Längen besser als hier zuhause.
Und das zählt momentan doch eine ganze Menge ;-)
Da uns letztes Jahr unser Leiden/Katwijk-Kombipaket so ausnehmend gut gefiel, buchten wir einfach wieder dasselbe Hotel. "Einmal Leiden und nie wieder woanders hin!" sagte ich damals schon und ich wage zu behaupten, da ist was dran. 
Die Stadt-Hotel-Strand-Situation ist einfach ziemlich dicht dran an perfekt.


Auf dem Hinweg machten wir noch Station in Gouda, den Käsemarkt anschauen und ein wenig bummeln. Das Kleinchen glaubte ganz lange, wir veräppeln sie - "Pfffft, als ob die Stadt wirklich Gouda heißen würde! Das ist doch ein Käse!" 
Wir mussten es ihr anhand von Schilder beweisen *gacker* Wir waren jeden Tag am Strand, wo es aber streckenweise 
doch recht frisch war, so dass wir nachmittags oft noch ein wenig durch die Gegend fuhren, 
durch Häfen schlenderten und dann irgendwo am Strand eine Portion Kibbeling met Frietjes aßen, 
mit den Füßen im Sand ♥


In Leiden machten wir diesmal eine lange Grachtenfahrt und tatsächlich sind wir auch wieder nach Amsterdam 
reingefahren - eigentlich gar nicht geplant, aber dann ergatterten wir tatsächlich Online-Tickets für das Anne-Frank-Huis 
und da wollten die Kinder schon ewig mal hin!
Ich war schon mehrfach dort, aber auch mich hat es wieder sehr beeindruckt.
Die Kinder kennen Anne Franks Leben beide und auch den historischen Kontext. Das Schicksal von Kindern zweier geschichtsliebender Eltern ;-) Dem Kleinchen haben wir vorher noch einmal viel erzählt und auch während des Rundgangs, die Große konnte schon das Allermeiste auf  den englischsprachigen Begleittafeln verstehen.
Das Gesprächsthema für die nächsten Tage war damit gesetzt....
Das Kleinchen hat sich im Museumsladen noch eine grafische Biografie ausgesucht, die Geschichte der Familie Frank im Comic-Stil, durch die sie sich zuhause tatsächlich auch gewissenhaft von vorne nach hinten durchbuchstabiert hat
 (gab unfassbar viele Antolin-Punkte *g*), obwohl ich es eigentlich noch eine bißchen zu komplex für eine 
knapp Neunjährige hielt. 
Aber bitte - sie fand es toll und historischer Background kann eh nie schaden ;-)


Schöne Familientage waren das - unglaublich entspannend, wie immer in Holland, und so...... blau ♥
Um die Grundfarbe des Wochenendes auf die Spitze zu treiben, haben wir auf der Rückfahrt noch einen Abstecher 
nach Delft gemacht. Und die unfassbar vielen Windmühlen von Kinderdijk haben wir auch gestreift - da müssen wir 
unbedingt nochmal so richtig hin.
Gerne bald!

15. Juni 2016

Namensknochen

... reloaded ;-) 


Nur ganz schnell zum Feierabend und parallel zum Fußballspiel, 
dem ich gleich meine ganze Aufmerksamkeit widmen muss ;-)
Aber heute nachmittag gab es tatsächlich mal ein halbes Stündchen sowas wie
Fotolicht und das musste ich ausnutzen....


Zum Beispiel, um diese beiden Reisekissen abzulichten - 
Abschiedsgeschenke, genau wie hier.
Und wie immer, wenn ich so einen Leseknochen unter der Maschine habe,
überkommt mich das dringende Bedürfnis, mir auch noch mal einen zu nähen.
Gut, hier liegen schon zwei auf der Couch, einer in jedem Bett und auch noch welche auf Reserve, 
aber ich glaube, da ist trotzdem noch Luft nach oben *süchtel*

12. Juni 2016

12 von 12 { Jun 2016 }

Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag - so funktioniert 12 von 12
Und wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, seht Ihr wie immer
  hier bei Caro in der Liste :-)


Für einen Sonntag beginnt unser Tag unchristlich früh, um halb sieben stehe ich schon in der Küche, mariniere Tomate und Mozzarella und packe es in ein Schraubglas.
Die Große geht heute auf Klassenfahrt und hat akute Verhungerungs-Ängste.
Mindestens ein Drittel ihres Gepäcks besteht aus Lebensmitteln.
Vielleicht auch die Hälfte. Klamotten werden überbewertet ;-)


Um kurz nach sieben fahren wir zum Bäcker hinter dem Berg und besorgen Schokowecken, Brötchen und eine Zeitung. 
Für die Nachbarschaft gleich mit, das ist hier ein ungeschriebenes Gesetz:
wenn einer Brötchen holt, bringt er den Nachbarn welche mit.
Bäcker sind rar gesät hier...


Kurzes Frühstück und dann Aufbruch.
Schnell noch mal die Finanzen checken.
Die Große ist da zum Glück umsichtig und organisiert - gestern hat sie ganz alleine gepackt und wirklich an alles gedacht.
Da kann ich mich in Zukunft entspannt raushalten :-)


Großes Gewusel am Treffpunkt: 90 Siebtklässler fahren turnusgemäß nach England und freuen sich einen Wolf. 
Eltern eher abgemeldet, bei der Großen hat es noch nicht mal für ein Tschüss gereicht. Was für ein Glück, 
dass wir trotzdem wissen, dass sie uns ein bißchen mag *ggg*


Wieder zuhause gibt es erst mal einen kurzen Abstecher in die Kleine Werkstatt für mich, 
während Mann und Kleinchen ein wenig im Garten werkeln.


Sonntags essen wir sehr gerne auswärts mittags, so auch heute.
Unsere Wahl fällt auf mongolisches Teriyaki-Buffet, das hätte die Große eh nur so semi-toll gefunden, 
da zu tierlastig ;-)


Weil das Wetter nicht mal ansatzweise so scheußlich ist wie vorhergesagt, spazieren wir anschließend noch
 eine Runde voll romantisch durchs nahe Industriegebiet um die anstehende Autofindung 
ein wenig voranzutreiben. Schwierig. Alle schön.


Ziemlich bald muss ich dabei auf barfuss umsteigen, denn irgendwie sind meine Füße und die 
(eigentlich Lieblings-)Schuhe heute nicht kompatibel.
Ist eh gesünder...


Wieder zuhause gibt es eine ausgiebige Siesta.
Anschließend hebe ich das Kleinchen auf den Zuschneidetisch, stecke ein Kleid ab und nähe es anschließend fertig. 
Falls der Sommer mal kommt. Und bleibt. Irgendwann.


Von gestern ist noch genügend Kuchen übrig und wir haben ja auch schon lange nichts mehr gegessen ;-) 
Eigentlich sollte das ein Rharbarberkuchen werden, aber ich habe in den letzten Tagen dreimal vergessen, 
welchen zu kaufen. Ohne Worte...


Das Kleinchen telefoniert mit der liebsten Freundin.
Zum dritten oder vierten Mal für heute, stuuuundenlang.
Deren Schwester sitzt nämlich neben der Großen im England-Bus und scheinbar geht beiden zuhause
 schon die Streit-Partnerin ab *g*



Der Himmel zieht gegen Abend dann doch noch bedrohlich zu, aber ich wage noch eine Laufrunde und bin auch fast trocken und halbwegs pünktlich zum Polenspiel wieder zuhause.
An meiner Laufrunde stehen neuerdings ein paar Bienenvölker und ich bin immer ganz fasziniert!
Der Rest des Abends stand ganz im Zeichen des Sports - Fußball, Formel Eins und jetzt das erste Deutschlandspiel, 
so lasse ich mir das gefallen...
Die Große müsste inzwischen auch angekommen sein, die letzte Wasserstandsmeldung kam um fünf aus Calais:
 "Wir stehen seit einer Stunde in der Passkontrolle!"
Kennt sie gar nicht, sowas ;-)

9. Juni 2016

Reisevorbereitungen {Taschen-Sew-Along}

"Unterwegs und auf Reisen" war das Mai-Thema beim Taschen-Sew-Along und das spielte mir wirklich in die Hände.
Denn die Große geht dieser Tage mit der Schule auf große Reise und das bedarf einiger Vorbereitung.
Da sie ja eher der ordentliche, durchorganisierte Typ ist, steht sie auf Taschen und Täschlein,
 um ihren ganzen Kleinkram systematisch unterzubringen.


Nachdem wir am neulich in Amsterdam zufällig ein Etui für Reiseunterlagen mit ihrem Reiseziel fanden, habe ich zuhause dann ein passendes Stöffchen rausgesucht und noch eine kleine Reiseapotheke im selben Format dazugenäht. 
Mit eher unauffälligem Kreuz, denn die Große mag es ja lieber unbunt ;-)


Und wo ich schon dabei war, habe ich auch für die Familie eine neue, kleinere Reiseapotheke genäht.
Denn auch wenn die Menge an Gepäck mit zunehmendem Alter der Kinder nicht abnimmt - die Menge der
prophylaktisch mitzuführenden Medikamente tut es durchaus ;-)
Zeige ich Euch auch noch!
Aber erst mal darf diese hier schnell rüber zu den anderen Mai-Taschen :-)

7. Juni 2016

Abgesoffen

Wenn es im Blog ruhig ist, tobt das Leben, sagt man - 
von mir aus darf es aber gerne weiter langweilig und ruhig vor sich hinplätschern, 
ich mag das *g*

Aber im Moment gilt hier die Devise: "Ein Tag ohne Unwetterwarnung ist ein verlorener Tag!"
(Und hey, kaum geschrieben, trudelt auch schon die heutige ein.....)


Am Donnerstag abend hat ein Unwetter unseren Keller unter Wasser gesetzt - glücklicherweise NUR mit Wasser und vor allem auch klarem, da darf man ja schon angemessen dankbar für sein.
Außerdem haben wir es erst bemerkt, als es quasi schon wieder weg war, so dass wir wenigstens der schwer beschäftigten Feuerwehr keine weitere Arbeit gemacht haben, weil es nix mehr zum Abpumpen gab und ihnen nichts blieb als ein bedauerendes Lächeln und etwas Zuspruch dazulassen, bevor sie zum nächsten Keller weiterzogen ;-)  

Wir selbst haben dann zusammen mit der liebsten Nachbarin bis weit nach Mitternacht gewischt, hochgestellt und weggeschmissen, was das Zeug hielt. Nur das Kleinchen war in der glücklichen Situation, schon geschlafen 
zu haben, als das Inferno losbrach *g* 
Das Wasser stand nicht hoch, ist aber wirklich in jede verdammte Ecke der Wohnung gelaufen und da stand kellermäßig so einiges rum, es war eine unfassbare Knochenarbeit, das alles wieder trockenzulegen.

Übers Wochenende haben wir dann alle vier wie die Irren geräumt und auch ganz viel einfach entsorgt - die Kinder haben unglaublich viel geholfen und wir haben eine Menge geschafft.
Mein Arbeitszimmer ist da unten und ich habe einfach ganz fest die Augen zusammengekniffen und nicht nur unzählige nasse Schnitte, sondern auch ziemlich viel Stoff geopfert.
Es wäre einfach komplett unmöglich gewesen, das alles trocken zu bekommen, bevor es beginnt zu müffeln oder zu schimmeln. Da es immer noch mordsschwül ist und oft gewittert oder regnet (oder beides), 
kriegt man eh nur mit Mühe etwas getrocknet.

Heute sehe ich insofern zum ersten Mal Land, dass ich nicht nur das Arbeitszimmer wieder in Betrieb genommen habe und meinen Schreibtisch wieder sehe, sondern auch die Kleine Werkstatt vom zwischengelagerten Krempel weitestgehend befreit und wieder einsatzbereit ist.
Wenn ich jetzt noch die "normalen", liegengebliebenen Haushaltsposten abgearbeitet habe, kann es irgendwann 
hoffentlich wieder im Normalmodus weitergehen.
Mit einem von Grund auf gesäuberten und komplett ausgemisteten Keller - zumindest dafür war es gut *schiefgrins*

Aber dieses mistige ****-Wetter, das dürfte jetzt bitte gerne mal ein Ende haben.
Man betrachtet den täglichen Sturzregen doch nur so semi-entspannt, wenn man gerade vier Tage lang 
durchgewischt hat ;-)

Und nächstes Mal halte ich mich an den Gatten, der am Donnerstag abend auf der Couch, als erst die Sirene ging und dann das Blaulicht immer näher kam, bis auch welches in unserer Straße stand, fatalistisch meinte "Am besten gehen wir heute abend einfach nicht mehr runter und gucken gar nicht nach." - vor sieben oder acht Jahren ist das nämlich schon mal passiert.
Ich bin dann natürlich doch gegangen und hatte beim Anblick der Schweinerei kurzzeitig das Bedürfnis, einfach wieder hochzugehen, lächelnd "Alles in Ordnung" zu sagen und dann sofort ins Bett zu verschwinden.  Aber dann stand leider schon die Feuerwehr hinter mir, Flucht vereitelt *g*